Spitalbrauerei Regensburg

Frische mit Tradition seit 1226

Mit einer Brautradition von fast 800 Jahren gehört die Spitalbrauerei zu den ältesten Brauereien der Welt und ist natürlich die älteste Brauerei in Regensburg.

Selbst der Bierausstoß ist seit dem Jahre 1359 lückenlos belegt und gibt Aufschluss über den Bierkonsum früherer Zeiten. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Spitalbier in Regensburg und seinem Umland, doch hat die Spitalbrauerei längst Freunde in aller Welt gewonnen.

Älteste Spital- und Stiftungsbrauerei der Welt

Spitalbier trinkt man in Regensburg seit bald 800 Jahren, so dass man im Katharinenspital auf eine lange und einzigartige Brautradition und Braukontinuität zurückblicken kann. Unter den einst zahlreichen Braustätten von Regensburg und seiner Umgebung reicht alleine die Spitalbrauerei weit ins Mittelalter zurück.

Die Spitalbrauerei von Regensburg entstand zusammen mit der Spitalstiftung im Jahre 1226. Bereits wenige Jahre später berichten die Statuten von einem Krug Bier oder Wein, der den Bewohnern des Hauses als Schlaftrunk zustand. In den folgenden Jahren stifteten Bürger und Kleriker der Stadt Regensburg Gerste und Hafer, um den Hausbewohnern daraus Bier zu brauen. Bekanntlich diente im Mittelalter auch Hafer zur Bierherstellung. Um 1350 setzen schließlich die Brauereirechnungen des Spitals ein (heute im Spitalarchiv) und berichten über den Bierausstoß, die Anzahl der Sude, die Reparaturen und Baumaßnahmen im Brauhaus. Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts verwendete das Spital bis zu 50 Prozent Weizenmalz und stellte somit Weizenbiere her. Ob diese Weizenbiere obergärig oder untergärig gebraut wurden, geht aus den alten Dokumenten nicht hervor.

Ein leichtes Ansteigen des Bierkonsums ist für das 15. Jahrhundert zu vermerken, jedoch setzte sich das Bier als bayerisches Nationalgetränk erst Ende des 16. Jahrhunderts durch. Bis zu diesem Zeitpunkt trank man in Bayern hauptsächlich Wein, wie der bayerische Geschichtsschreiber Johannes Turmaier († 1534), genannt Aventin, anschaulich berichtet: „Der gemeine Mann auf dem Gäu in Bayern sitzt Tag und Nacht bei dem Wein.“

Über die Ursachen des Wandels vom Wein- zum Bierkonsum rätselt man seit langem. Anhand der Spitaldokumente wird die allmähliche Hinwendung zum Bierkonsum sichtbar. Als Ursachen für den Umschwung sind veränderte Trinkgewohnheiten einhergehend mit einem globalen Temperaturrückgang anzuführen. Der Wein war nicht mehr so bekömmlich, und Weinberge wurden zunehmend aufgelassen. Boomzeiten erlebte die Spitalbrauerei im 18. und 19. Jahrhundert. Der Schenkgarten des Spitals wurde zum beliebten Treffpunkt und Ausflugsziel der Reichstagsgesandten und Bürger von Regensburg.

Vorläufer des bayerischen Reinheitsgebots von 1516 gibt es in fast allen bayerischen Städten. Gegenstand der Brauordnungen war stets die Bierqualität und der Bierpreis. So bestimmte der Rat der Stadt Regensburg im Jahre 1454: „Die Brauherren, die Frauen und ihre Braumeister sollen schwören, nichts in die Biere zu hängen und zu tun, weder Samen, noch Wurz, Gestrüpp oder dergleichen, noch solches zu tun nachsehen und gestatten.“ Das Wissen um die „Verbesserung des Biers“ mit Hilfe diverser Kräuter und Wurzeln war in früherer Zeit Allgemeingut. Doch drohten dem Brauer bei einem Verstoß gegen das Reinheitsgebot strenge Strafen.

Dass Spitäler eine Brauerei unterhielten, war damals selbstverständlich. Spitalbrauereien existierten deshalb in vielen Städten und Märkten, doch wurden diese im 19. Jahrhundert verkauft und aufgelöst. Das Regensburger Spital wurde auf Anordnung König Max I. Joseph von Bayern 1823 in eine selbständige Stiftung umgewandelt und der Brauereibetrieb fortgesetzt. Das königliche Dekret rettete somit die Brauerei, die in den folgenden Jahrzehnten einen großen Aufschwung erlebte. Im Jahre 1852 kaufte das Katharinenspital die Brauerei Bischofshof für 80.000 Gulden, jedoch versagte die Stiftungsaufsicht diesen Ankauf. Die Spitalbrauerei blieb jedoch auf Expansionskurs und erwarb 1868 den Strasserbräu in Stadtamhof. In Regensburg gab es zum damaligen Zeitpunkt etwa 35 Brauereien und im näheren Umland weitere 14.

Wir brauen in der Tradition des Regensburger Reinheitsgebots von 1454 und nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516. Die Brauordnung des Spitals aus dem Jahre 1620 verpflichtete den Braumeister des Spitals „einen guten und schmackhaften Trunk herzustellen, auch das Bier nicht zu schwarz, sondern fein licht zu brauen.“ In dieser Tradition braut das Spital bis heute feine und bekömmliche Biere.

Unsere Biere kommen traditionell frisch aus der Brauerei auf den Tisch – „Spitalbier“ klingt deshalb nicht nur gesund, gut und bekömmlich, sondern ist es auch.

Siehe auch: Spitalbrauerei Regensburg

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