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Zeitgeschichte

Der Regensburger Spitalkeller: Ein Ort mit Historie, Bierkultur und Geselligkeit

Über den Spitalkeller

Der Spitalkeller ist eine historische Sommerkelleranlage an den Winzerer Höhen in Regensburg. Die Anlage umfasst ein Wirtshaus, ein Sommerhaus, eine Scheune, die Fasshalle sowie ein beeindruckendes 73 Meter langes Tonnengewölbe, das tief in den Fels geschlagen wurde. Seit Jahrhunderten ist dieser Ort eng mit der Regensburger Bierkultur und Geselligkeit verbunden – vom einstigen Weinberg über den Sommerkeller bis zum heutigen Traditionswirtshaus.

Zeitgeschichte des Spitalkellers

Vom Castner Weinberg bis heute – über 600 Jahre Geschichte

1413

Erste Erwähnung als Weinberg

Das Gelände wird erstmals als Castner Weinberg urkundlich erwähnt. An den sonnenverwöhnten Hängen der Winzerer Höhen wurde Wein angebaut.

1554–1556

Reichsstift Obermünster

Der Weinberg befindet sich im Besitz des Reichsstifts Obermünster, eines der bedeutendsten Damenstifte in Regensburg.

1760

Joseph Rosenmayer – neu erbauter Sommerkeller

Joseph Rosenmayer errichtet den neuen Sommerkeller an den Winzerer Höhen. Dies gilt als das Gründungsjahr des Spitalkellers als Bierkeller.

1809

Schlacht um Regensburg

Während der Napoleonischen Kriege wird Regensburg zum Schauplatz heftiger Kämpfe. Die Schlacht um Regensburg hinterlässt auch am Spitalkeller ihre Spuren.

1827

Ausschankkonzession für Michael Strasser

Michael Strasser erhält die offizielle Ausschankkonzession. Der Spitalkeller wird zum öffentlichen Ausschankort für Bier.

1865

Verpachtung an St. Katharinenspital Brauerei

Der Keller wird an die Brauerei des St. Katharinenspitals verpachtet und dient fortan als deren Sommerkeller.

1868/69

Verkauf an St. Katharinenspitalstiftung

Das gesamte Gelände geht in den Besitz der St. Katharinenspitalstiftung über, einer der ältesten Stiftungen Deutschlands.

1870/71

Hilfslazarett im Deutsch-Französischen Krieg

Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Spitalkeller als Hilfslazarett genutzt und dient der Versorgung verwundeter Soldaten.

1881–1883

Verlängerung des Lagerkellers

Der Lagerkeller wird verlängert, um den wachsenden Bedarf an kühler Bierlagerung zu decken. Das Tonnengewölbe erreicht seine heutige Länge von 73 Metern.

1927

Kühlanlage – Ende des Sommerbierkellers

Mit dem Einbau einer modernen Kühlanlage endet die Ära des traditionellen Sommerbierkellers. Die aufwändige Eisernte und natürliche Kühlung werden überflüssig.

1936

Kompletter Umbau des Gebäudes

Das Gebäude wird komplett umgebaut und an die modernen Anforderungen angepasst.

1943

Schließung & Messerschmitt Werke

Der Spitalkeller wird geschlossen und an die Messerschmitt Werke vermietet, die die Räumlichkeiten für kriegswichtige Produktion nutzen.

1945–1948

Beschlagnahmung durch US-Army

Nach Kriegsende wird der Spitalkeller durch die US-Army beschlagnahmt und von den amerikanischen Streitkräften genutzt.

1950

Wiedereröffnung als Wirtschaft

Der Spitalkeller wird als Wirtschaft wiedereröffnet und kehrt zu seiner Bestimmung als Gaststätte und Biergarten zurück.

seit 2010

Stefan Dannert

Stefan Dannert übernimmt den Spitalkeller und führt die Tradition als Wirt mit Energie und Leidenschaft fort.

Geschichte hautnah erleben

Entdecken Sie den Spitalkeller bei einer Kellerfuehrung durch das 73 Meter lange Tonnengewölbe – inklusive Whiskyprobe.

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